Ratgeber Steigbügel:  Fragen und Antworten

Wie stellt man Steigbügel richtig ein?

Das Bein sollte locker am Pferdebauch liegen mit einem leicht gewinkelten Knie. Im korrekten Dressursitz liegen Hüfte und Fussgelenk auf einer Linie und der Absatz federt locker nach unten. Steigbügel bieten Halt und sollen den korrekten Sitz unterstützen.

Das “Armmass” ist eine einfache Methode, die Steigbügel bereits vom Boden aus passend einzustellen. Dazu hält man die Fingerspitzen der einen Hand an die Sturzfeder und hält den Steigbügel mit der anderen Hand Richtung Achsel des ausgestreckten Arms. Bei gespanntem Steigbügelriemen sollte der Steigbügel direkt bis zur Achsel gehen.

Wenn man bereits im Sattel sitzt, kann man die Steigbügellänge überprüfen, indem man die Füsse aus den Bügeln nimmt und das Bein locker herunterhängen lässt. Nun sollte die Trittfläche der Steigbügel sollte nun auf Höhe der Fussknöchel sein. Beide Messvarianten gelten als Faustregel.

Wie kontrolliere ich, ob die Steigbügel gleich lang sind?

Wenn man auf dem Pferd sitzt, nimmt man die Füsse aus den Steigbügeln und fragt eine Hilfsperson am Boden. Diese schaut frontal von vorne, ob die Bügel gleich lang sind. Wichtig: Der Sattel muss absolut mittig liegen. Gerade bei rundlicheren Pferden, rutscht der Sattel beim Aufsteigen gerne leicht zur linken Seite.

Tipp: Vom Boden aus kann man die Steigbügellänge kontrollieren, indem man die Bügel einmal nach oben klappt und dann mit den Fingern den Abstand zum Sattelblatt misst. Bei älteren Riemen mit kleineren Lochabständen kann es schon mal vorkommen, dass die Bügel rechts und links nicht im selben Loch sein müssen, damit sie gleich lang sind.

Wann werden die Bügel kürzer gestellt?

Die Länge der Steigbügel hängt auch von der Anatomie und dem Ausbildungsstand des Pferdes sowie der Disziplin ab. Ein etwas kürzerer Steigbügel gibt dem Reiter eine bessere Balance und ermöglicht das Reiten im leichten Sitz. Die Bügel 1-2 Loch kürzer zu schnallen empfiehlt sich:
•    zum Reiten im Gelände
•    bei eher schmalen Pferden, damit das Bein besser am Pferdebauch zu
     liegen kommt und man mit dem Schenkel einen besseren Kontakt hat
•    bei jungen Pferden
•    für unerfahrenen Reiter

Zum Springreiten werden die Bügel gar 3-5 Loch kürzer geschnallt.

Der Verwendungszweck entscheidet nicht nur über die Steigbügellänge, sondern auch über das Steigbügelmodell. Während der Dressurreiter ein klassisch schlichtes Modell wählt, legen Spring- und Vielseitigkeitsreiter noch mehr Wert auf guten Halt und bevorzugen Bügel mit breiter Trittfläche und extra Grip. Weiter wurden in den letzten Jahren verschiedene Varianten von Sicherheitssteigbügeln entwickelt, die den Fuss im Falle eines Sturzes freigeben sollen.

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Unterschiedlich lange Steigbügelriemen

Ob die Versicherung zahlt, wenn man keinen oder einen anderen Helm als eine Reitkappe trägt, hängt von der jeweiligen Versicherungsgesellschaft hab. Wer immer mit Reithelm reitet, ist auf der sicheren Seite.

Sitzprobleme bei falscher Steigbügellänge

Zu lange und zu kurze Bügel führen unweigerlich zu Sitzproblemen.
Wer mit zu kurzen Bügeln Dressur reitet, kommt gerne in einen Stuhlsitz. Dabei sind die Beine zu weit vorne und der Oberkörper kompensiert die Balance gegen hinten und gerät dadurch hinter die Senkrechte und somit hinter die Bewegung.

Bei zu langen Bügeln kommt der Reiter in den sogenannten Spaltsitz: Die Beine geraten zu weit nach hinten und der Oberkörper kompensiert die Balance gegen vorne. Der Reiter ist ständig bemüht, die Bügel nicht zu verlieren – entweder indem er sie mit den Zehenspitzen versucht festzuhalten oder indem er sich in die Bügel stellt. Beides führt zu einem festgestellten Becken.

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